Der AfD Kreisverband Nienburg-Schaumburg

Die Alternative Mitte der AfD Niedersachsen benennt 2018 den Kreisverband Nienburg-Schaumburg sowie deren Vorsitzenden Daniel Carl als Mitglied der Gruppierung „Pegasus Germanus“. Daniel Carl, einer der Erstunterzeichner der „Erfurter Resolution“, orientiert sich nicht nur zur Pegasusgruppe um Dietmar Friedhoff,  er hat auch gute Kontakte in den Kreisverband Northeim zu Jens Kestner und Maik Schmitz, die im Süden Niedersachsen Flügelarbeit betreiben.  Carl scheint auch keine Probleme damit zu haben, dass mit Christopher Siedler, einer der rührigsten Nienburger  Neofaschisten, Wahlkampfhilfe für die AfD Nienburg-Schaumburg bei der Bundestagswahl 2017 leistet. In einem Facebookaccount, der Siedler zugeordnet werden kann, stellt dieser  Bilder seiner Wahlkampfhilfe ein und schreibt dazu am 12.8.2017: „ Ein anstrengender Tag das überall rum gefahre. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Anstatt beleidigt und bespuckt zu werden, wurden unsre Plakate begrüßt auch generell haben die Leute den Daumen gezeigt statt den Mittelfinger.“    (Fehler im Original)  Siedler , Begründer der neofaschistischen Kameradschaft „Wi(e)derstand Nienburg“ und eines Nienburger Ablegers des „Freundeskreis Thüringen Niedersachsen“, organisiert im November 2017 für den Freundeskreis eine  rechte Demonstration in Nienburg, zu der Neofaschist*innen aus ganz Niedersachsen und auch aus anderen Bundesländern anreisen, und dürfte deshalb für die AfD um Daniel Carl kein Unbekannter gewesen sein. Die Pegasuskontakte führt der neugewählte Kreisvorsitzende Michael Vogt dann nahtlos fort, indem er sich an  der Organisation des Oktoberfests 2018 beteiligt. 
Ein weiteres Mitglied des Kreisvorstandes, die Schatzmeisterin Christa Hardt, besucht im Januar 2020 den Neujahrsempfang des AfD Kreisverbandes Northeim, auf dem mit Björn Höcke und Andreas Kalbitz die beiden Führungspersonen des Flügels, als Redner auftreten. In einem Video ist zu sehen, wie offensichtlich begeistert Christa Hardt  genau wie die anderen Gäste von den Redebeiträgen ist: alle  Anwesenden jubeln den beiden Rednern minutenlang in standing ovations zu wie bei einem Popkonzert. Für die bevorstehende Landesvorstandswahl positioniert  Christa Hardt sich und damit auch ihren Kreisverband eindeutig an der Seite Jens Kestners. Sie tritt für den Kreisverband in Kestners Video „71 Jahre Grundgesetz“ auf  und nimmt auch am 23.5.2020 an Kestners Grundgesetzfeier teil.
Die Meinung eines weiteren Mitglieds des Kreisvorstandes, Michael Thiermann, ist im fast monatlich erscheinenden Newsletter des Kreisverbandes zu finden. Neben Buch- und Anlagetipps, niveaulosen Karikaturen zur Regierung und zu Corona schreibt Thiermann regelmäßig zu  innerparteilichen Vorgängen. Nachdem er im März noch die Meinung vertritt, dass Andreas Kalbitz wegen seiner HDJ-Mitgliedschaft aus der Partei ausgeschlossen werden müsste, hört sich das in der Maiausgabe völlig anders an: „ Zur Zeit entzünden sich die Gemüter an Andreas Kalbitz, dem LandesvorsitzendenBrandenburgs und Mitglied des Bundesvorstands. Ihm wird vorgeworfen, im Verein„Heimattreue Jugend“ Mitglied gewesen zu sein. Recherchiert man darüber, so kann
man wohl tatsächlich von einer rechtsextremen Vereinigung sprechen, wenn die
Informationen im Internet zutreffen, die ich recherchieren konnte. Sollte sich also
herausstellen, dass Kalbitz tatsächlich Mitglied war, müsste er gemäß Bundessatzung
die Partei verlassen. Eigentlich ganz einfach, oder doch nicht?
Aber würden wir nicht dadurch den Menschen die Möglichkeit nehmen, im Laufe der
Zeit ihre Meinung zu ändern oder eventuell früher begangene Fehler einzuräumen und
zu bereuen?…. Ist es da angemessen, wenn wir über Andreas Kalbitz richten? Unabhängig davon, obdie gegen ihn erhobenen Vorwürfe korrekt sind, gilt es doch festzustellen, dass Kalbitz
keine Menschen getötet hat und sich durch seine Mitgliedschaft zu unserem
Grundsatzprogramm und damit eindeutig auch zu unserer rechtsstaatlichen Ordnung
und zum Grundgesetz bekennt.“ Ein Gesinnungswandel, zu dem auch die Einladung zu einer für September 2020  geplanten Veranstaltung des Kreisverbandes passt: „Auch den 04.09.2020 sollten Sie sich im Kalender anstreichen, denn wir konnten Uta Ogilvie für einen Vortrag bei uns in Schaumburg gewinnen. Wer Frau Ogilvie nicht kennt: Sie war die Initiatorin der „Merkel-muss-weg“-Demos in Hamburg 2018. Wie das System mit Menschen aus der Mitte der Gesellschaft umgeht, die nicht den linkenMainstream mittragen und von ihrem grundgesetzlich verbrieften Recht auf Demonstrationsfreiheit Gebrauch machen, wird uns Frau Ogilvie aus leidvoller eigener
Erfahrung berichten.“ 
Im Newsletter August 2020 zeigt sich die Ausrichtung des KV Nienburg zum Flügel und damit zu Jens Kestners als neuem Landesvorsitzenden noch einmal ganz deutlich. Nachdem der Kreisvorstand seine Mitglieder aufruft in großer Zahl zum Landesparteitag am 12./13.9.2020 zu kommen und ihnen dafür Übernachtungskosten bis 100€ sowie einen Fahrdienst nach Braunschweig offeriert, zeigt Michael Thiermann im Folgenden sehr deutlich auf, worum es geht: nämlich um Wahlunterstützung für Jens Kestner. Schließlich ist bei der AfD jedes Mitglied stimmberechtigt, und da wird eben auch mal tief in die (Geld)-Tasche gegriffen, um den Wunschkandidaten zu  pushen. Und um die Mitglieder vollends auf Kestner und gegen die jetzige Landesvorsitzende Dana Guth einzuschwören, veröffentlicht Michael Thiermann einen Brief, den er im Juli 2020 an den Bundesvorstand der AfD geschickt hat, mit der Aufforderung Frau Guth von ihrer Funktion als Landesvorsitzende zu entbinden und eventuell einen Notvorstand einzusetzen, falls der Termin für einen Landesparteitag auf sich warten lässt.  Über 3 Seiten begründet er diese Forderung mit Versäumnissen und Fehlern des jetzigen Landesvorstands , um anschließend  in einer persönlichen Stellungnahme die Vorzüge von Jens Kestner aufzuzählen : 
„ ….   Und wenn andere Parteimitglieder mahnend auf unsere Kameraden im Osten mit dem
erhobenen Zeigefinger weisen, hat sich Jens stets hinter alle Mitglieder gestellt. Nach
Osten zu schauen heißt von unseren erfolgreichsten Landesverbänden zu lernen und
dies sollten wir im Westen meiner Meinung endlich auch beherzigen.
Sollte Jens Kestner Landesvorsitzender werden, bin ich fest davon überzeugt, dass
unser Landesverband den frischen Wind bekommen wird, der Niedersachsen zum
erfolgreichsten AfD-Verband in Norddeutschland machen wird. Unter seiner Ägide
werden sicher kein Oktoberfeste abgesagt und die Unabhängigkeit der Kreisvorstände
wird gewahrt bleiben…
Daher möchte ich Sie bitten, unbedingt mit uns nach Braunschweig zu kommen, um
dort Jens Kestner zu unterstützen. … “