Der Kreisveband Uelzen

Armin-Paul Hampel kommt aus Uelzen und ist dort politisch verankert. Er war lange Zeit Vorsitzender des dortigen Kreisverbandes und ist auch heute noch Mitglied des dortigen Kreistages. Hampel arbeitet als Journalist und zu früheren Zeiten sogar als ARD-Korrespondent. Später zählt aber auch er zu den Unterstützer*innen von Björn Höcke. So ist Hampel Teil einer Gruppe innerhalb der AfD, die einen öffentlichen Widerspruch gegen den geplanten Ausschluss von Björn Höcke aus der AfD wegen seiner zahlreichen extrem rechten Aktivitäten hervorbringen. Nicht nur Hampels autoritärer Führungsstil innerhalb des niedersächsischen Landesverbandes wird kritisiert, größeres Aufsehen erregte auch sein Auftritt bei einer Veranstaltung des extrem rechten Vereins „Arbeitskreis für deutsche Politik e. V.“ (AfdP) im Jahr 2016. Der AfdP wurde schließlich schon 1998 vom schleswig-holsteinischen Verfassungsschutzbericht mit dem Merkmal „rechtsextreme Bestrebungen“ gekennzeichnet. Hampel versuchte sich nach der Veranstaltung damit herauszureden, dass er nicht in die Verfassungsschutzberichte von vor so vielen Jahren schaue und er anhand der anderen Referent*innen keinen Verdacht dazu gehegt habe. Im April 2018 verlor Armin-Paul Hampel den Kampf um den Vorsitz der AfD Niedersachsen auf dem Landesparteitag in Braunschweig auf Grund diverser Kritik an ihm: unter anderem, dass er als Parteivorsitzender auch in Niedersachsen und nicht im Bundestag zugegen sein sollte, als auch auf Grund diverser Betrugsvorwürfe. Somit übernahm Dana Guth, als eher moderate Kraft innerhalb der AfD, den Landesvorsitz. Unterstützer*innen des völkischen Flügels innerhalb der AfD unterschrieben zur Verteidigung Hampels schon im Januar 2018 einen Brief an dem Bundesvorstand. Darin werden die „[…]massiven Attacken und Denunzierungen […]“ gegen Hampel seitens der „parteiinternen Rebellen“, wie Dana Guth und Jörn König, angesprochen. Die 90 Unterzeichner*innen sind ein Who is Who des Flügels. Darunter stehen daher ohne große Überraschung Höcke-nahe Personen wie Stephan Bothe, Jens Kestner und Andreas Iloff, sowie auch ehemalige Beisitzer des damaligen Landesvorstandes unter der Führung Hampels, wie Uwe Wappler, Maik Schmitz, Daniel Carl und Heiner Rehnen. Armin-Paul Hampel fiel besonders in den Zeiten der so betitelten „Flüchtlings-Krise“ im Sommer 2015, wie auch jetzt im Jahr 2020, immer wieder mit migrationsfeindlichen Äußerungen auf seinen Profilen in den Sozialen Medien auf. So bat er z.B. erst am 3. März 2020 auf seinem Facebook-Profil um die Unterzeichnung eines Offenen Briefes an die Kanzlerin Merkel mit den Worten „++Migrationskrise spitzt sich zu – Staatsversagen wiederholt sich++“. Dies verwundert aber nicht, denn eine seiner größten Sorgen als Landesvorsitzender der AfD war schon 2015, dass er „[…] seine Heimat wieder verlieren könnte. Diesmal nicht durch Flucht, sondern durch Zuwanderung.“ Generell gibt sich Hampel völkisch, ist teilweise burschenschaftsnah und besucht dortige Veranstaltungen und sympathisiert offen mit Sarrazin. Armin-Paul Hampels Sympathie zu Björn Höcke ist nicht das einzige, was ihn mit dem Flügel verbindet, er war auch auf Flügeltreffen zugegen, so z. B. auf dem Kyffhäusertreffen 2019 und beim Hermannstreffen 2019 in Ostwestfalen,  wo er sogar als Redner auftrat.
 
Der gelernte Altenpfleger Stephan Bothe aus Lüneburg war 2006 bis 2009 Mitglied der CDU, da er dort die „[…] moderne, konservative Wende auf Grundlage der alten Werte und Traditionen […]“ suchte. Offensichtlich hat er diese nicht in der CDU gefunden und ist so 2013 in die AfD gewechselt, da er sich „[…] mit der Politik gegen die EU hundertprozentig identifizieren kann […]“. (vergl. https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/346787-die-abtruennigen-seitenwechsel-zur-afd) Obwohl er im selben Interview auch Kritik an dem „Hass und der Wut, die sich mit der Flüchtlingskrise zum Teil auch innerhalb der eigenen Partei breit machten“ übte, übernahm er 2016 den Vorsitz des Kreisverbands der AfD Lüchow Dannenberg/Lüneburg. Auf seiner Facebook-Seite beschäftigt er sich stetig mit dem Thema Pflege und Pflegenotstand, was sicherlich an seinem gelernten Beruf liegt. Aktuell liegt sein Schwerpunkt bei dem Thema Corona-Krise und den dazu getroffenen politischen Entscheidungen der Bundesregierung, welche er teils ablehnt und befürwortet. So bietet er zum Beispiel eine Nachbarschaftshilfe sowie Hilfe für Obdachlose in diesen Zeiten an. Vor allen Dingen geht es immer wieder um Themen wie die Herkunftsnennung von Straftäter*innen, Arabisch als „Zwangsfach“ an Grundschulen und sehr häufig um seinen Kontakt zu Jens Kestner und die guten Veranstaltungen mit ihm. Zu nennen ist dabei z.B. seine und Kestners Teilnahme am Mittelstandstabend des AfD-nahen „Deutschen Akademiker Verbandes“ in der Firma Dr. Küke in Isernhagen im Januar 2020. Generell ist er ein großer Freund und Fan von Jens Kestner und tritt regelmäßig gemeinsam mit diesem auf Veranstaltungen und in Videos auf. Gemeinsam haben sie die „Niedersachsen Erklärung“ zu Gunsten von Höcke initiiert. Es überrascht also nicht, dass Bothe neben vielen Anderen den Status von Kestner und Björn Höcke zum „Coup von Erfurt“ – AfD ist Königsmacher, in Bezug auf das Wahldebakel um den Ministerpräsidenten von Thüringen teilt. Generell ist 
Bothe großer Fan von Höcke, so lief er auch am 1. Mai 2019 auf der AfD-Demo neben Höcke am Fronttransparent und schien große Freude daran zu haben. Zudem war Stephan Bothe 2018 auf dem 1. Politischen Oktoberfest von Pegasus/des Flügels in Niedersachsen nicht nur zugegen, sondern trat dort auch als Redner auf. Schon früher und aktuell immer noch gibt es Kritik an dem Politiker Bothe in seiner Heimat, z. B. als er mit der Jungen Alternative Niedersachsen 2015 in Lüneburg zu einer geschlossenen Veranstaltung mit Anmeldung über seine E-Mailadresse warb. Die Veranstaltung sollte eine Diskussionsplattform zur „militanten Linken in Deutschland“ bieten und als Referenten waren Karsten Dustin Hoffmann (AfD Berlin und Politikwissenschaftler zum Thema Linksextremismus) und Armin-Paul Hampel (AfD Weserbergland) eingeladen. Auch von Seiten der Jusos gab es in der Region immer wieder Vorwürfe, dass Bothe „[…]zu nah dran ist an den Rechtsextremen[…]“, und sie forderten 2016 seinen Rücktritt. Auch das Antifa-Infoblatt zeigte einen Screenshot von seinen offen einsehbaren Facebookgesprächen mit kampfsportausübenden Aktivisten der „Identitären Bewegung“ (IB). Mit der IB teilt er seine Gedanken zur „konservativen Revolution“ und dem „[…] Bedürfnis nach Identität […]“. Um endgültig zu unterstreichen, dass er mit dem Flügel mindestens sympathisiert, kommentiert er zur Androhung der Beobachtung des selbigen durch den Verfassungsschutz auf seinem Facebook-Profil folgendes: „Das Ursprungskriterium, eine Unterschrift unter der sogenannten „Erfurter Resolution“, die den „Flügel“ begründete, trägt immer weniger. Mitgliedslisten und eine formale Organisation gibt es nicht…“. Mit der „Erfurter Resolution“ wurde an die Beibehaltung der basisdemokratischen Ausrichtung der AfD appelliert. Nicht mehr und nicht weniger ist das Ansinnen derjenigen, die sich dem Flügel zugehörig fühlen. Alles andere sind Erfindungen und nicht belegbare Behauptungen des politisch missbrauchten Verfassungsschutze
s, der ob seiner Hilflosigkeit, zu „liefern“, bisweilen für Äußerungen einzelner, dem Flügel zugerechneter Protagonisten, diesen dafür als Ganzen -, ja am besten gleich die komplette AfD in Sippenhaft nehmen möchte, um den Forderungen des herrschenden politischen Establishments nach Diffamierung der AfD beim Wähler nachzukommen.“