Der Kreisverband Northeim

Schmitz teilt mit Jens Kestner und weiteren Mitglieder des AfD-Kreisverbandes Northeim seine offen rassistische und neonazistische Positionen. So unterhalten sich im Juli 2018 Schmitz und Dirk Küpper, aktuell einer der zwei stellvertretenden Vorsitzenden im Kreisverband, über die Arbeitsreise Küppers in Chiemgau, wobei er einen Abstecher „zu Onkel Addi“ auf den Obersalzberg machen möchte. Gemeint hier ist unmissverständlich Adolf Hitler, der in Berchtesgaden auf den Obersalzberg einen eigenen Berghof samt privaten Bunkers hergerichtet hatte. Auch Volker Spellig, Mitglied im Kreisverband Northeim und des öfteren auf Flügel-Veranstaltungen zu treffen, macht keinen Hehl aus seiner nationalsozialistischen Gesinnung: Am 20. April 2016 postete er auf Facebook das Bild einer Porzellanbüste des Führers der NSDAP mit dem Kommentar „Da herrschte noch Zucht und Ordnung.“ Spellig wurde von früheren Mitglieder der AfD Northeim, die vom autoritären Führungsstil von Schmitz und Kestner angewidert waren, als Reichsbürger bezeichnet. Gegen diese Anschuldigungen wurde er von Kestner selbst mit folgenden Worten verteidigt: „Was die angesprochenen „Freunde“ von Herrn Spellig angeht, die Sie wohl in seiner Freundesliste bei Facebook gefunden haben, so handelt es sich aus unserer Sicht um seine Privatangelegenheit, mit welchen Personen er „befreundet“ ist.“ In der AfD ist das Private also nicht politisch, was einiges vereinfacht. Es stört demnach auch nicht, dass Astrid Schmitz, Mitglied im selben KV und Ehefrau des Vorsitzenden, mit dem NPDler Marco Borrmann private Kontakte unterhält.                                        
Der niedersächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Kestner aus Northeim, der in Berlin in einer Bürogemeinschaft mit Armin Paul Hampel arbeitet, hat vor Kurzem seine Kandidatur für den Landesvorsitz der AfD Niedersachsen bekannt gegeben. Mit Kestner tritt ein Kandidat an, der auf fast keiner Flügelveranstaltung gefehlt hat, die in letzter Zeit in Niedersachsen stattgefunden hat. Meist ist Kestner auf diesen Veranstaltungen nicht nur im Publikum zu finden sondern auch am Rednerpult. In seinem Redebeitrag auf der AfD-Demonstration am 24.8.2019 in Hannover spricht Kestner vom drohenden Verlust unserer Heimat und des „Eigenen“ durch das Entarten unserer Gesellschaft durch Einwanderung. „Wir haben nur eine Heimat. Wir müssen sie verteidigen, mit aller Kraft, für Deutschland! Wir müssen das Eigene verteidigen!“ Diese Worte schreit er geradezu ins Mikrophon. Von allen Redner*innen an diesem Tag ist er der emotionalste, der aufpeitschendste. 
Sicherlich ruhiger in der Lautstärke, aber vermutlich nicht im Inhalt sind seine Redebeiträge beim Hermannstreffen des Flügels in Ostwestfalen im Dezember 2019 oder auf dem Neujahrsempfang in seinem  eigenen Kreisverbańd Northeim im Januar 2020, wo er neben Björn Höcke und Andreas Kalbitz auftritt. Dieser Neujahrsempfang, den Kestner gemeinsam mit dem Kreisvorsitzenden Maik Schmitz durchführt, wird überregional besucht, und ist mit dem ersten Auftritt Höckes in Niedersachsen seit drei Jahren eine klare Postionierung des Kreisverbandes  und auch Kestners.
Der Kreisverband Northeim ist also durch und durch, und nicht nur mit ihren weiteren Mitgliedern, die auf Flügel-Veranstaltungen posieren oder dort Sicherheitsdienst spielen, dem völkischen Flügel mit einem Hauch Neonazismus ideologisch nah. Bei dem Sommerfest des Kreisverbandes 2018 auf dem Grillplatz des Heimat- und Kulturvereins Bollensen sprang nicht nur Patrick Jäcker, IBler aus Braunschweig/Wolffenbüttel rum, sondern auch eine Partnerschaft mit dem AfD-Kreisverband Burgenlandkreis wurde abgeschlossen. Der Kontakt entstand zuerst durch die aus Zeitz stammende Anja Kestner -seit 2014 in der AfD,damals noch unter ihr Geburtsname Roeder – unterschrieben wurde die Partnerschaftsurkunde jedoch vom damaligen Vorsitzende des KV Burgenlandkreis, Andre Poggenburg. Beide Kreisverbände hätten sich, so Maik Schmitz, „beim Kyffhäuser-Treffen, besser gesagt beim Flügel-Treffen, das dieses Jahr in Burgscheidung stattgefunden hat“ angefreundet. Der Kreisverband Northeim, so Schmitz weiter, sei den „schlagenden Flügel aus Südniedersachsen“ und viele Mitglieder hätten die Erfurter Resolution unterzeichnet.