Der Kreisverband Weserbergland

Der Kreisverband der AfD Weserbergland ist dem Flügel zuzurechnen. Mindestens der jetzt 52-jährige ehemalige Ministerialrat und Diplom-Psychologe Dr. Manfred Otto aus Holzminden ist als einer der 20 Erstunterzeichner*innen der Erfurter Resolution vom März 2015 als Teil des völkisch-nationalen Flügels innerhalb der Partei anzusehen. Passend dazu macht der Kreisverband der AfD Weserbergland 2016 mit seiner rassistischen Agenda und einer klaren Relativierung des Nationalsozialismus auf sich aufmerksam. Das Ganze steht damals im Kontext der historischen Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) vom 28. November 2016, mit der Bestätigung des Urteils des Landgerichts Lüneburgs bezüglich der zur Verurteilung des ehemaligen SS-Mannes und Auschwitz-Aufsehers Oskar Gröning wegen Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen zu vier Jahren Haft. Der Kreisverband nutzt die Verurteilung des NS-Verbrechers Gröning für eine eigene rassistische Agenda und setzt die Beteiligung an 300.000 Morden mit der Aufnahme geflüchteter Menschen durch die kommunale Verwaltung gleich. Dem Impressum der Internetseite ist zu dem damaligen Zeitpunkt zu entnehmen, dass Dr. Manfred Otto nicht nur der Vorstandsvorsitzende des Kreisverbandes, sondern auch der Verantwortliche für die Homepage, sowie seit September des gleichen Jahres auch der Fraktionsvorsitzende für die AfD im Kreistag in Holzminden ist. In einem Eintrag auf dem Twitter-Account der AfD Weserbergland wird damals klar, wo sich Dr. Manfred Otto mit seinem Kreisverband politisch verortet: er posiert auf einem Foto neben Björn Höcke, dem extrem rechten Sprecher der AfD Thüringen und das Bild wird mit den Worten „Politisch voll auf einer Linie.“ unterschrieben. Nicht nur Dr. Manfred Otto sondern auch weitere Kreisverbandsmitglieder zeigen sich zu dieser Zeit ganz offen auf der offiziellen Internetpräsenz der AfD Weserbergland an der Seite von Björn Höcke. Neben der Nähe zu Höcke, die sich also 2016 in dem von Dr. Manfred Otto geführten Kreisverband z
eigte, fällt die hiesige AfD schon 2014 durch menschenfeindliche Veranstaltungen u. a. mit dem sog. Schriftsteller und Verschwörungstheoretiker Akif Pirinçci im Hamelner Hotel Mercure, auf. Auch einen Holocaustleugner gibt es in diesen Zeiten in diesem Kreisverband. Es überrascht also nicht, dass neben Dr. Manfred Otto aus dem Kreisverband der AfD Weserbergland der ehemalige Landesvorsitzende (2013-2018) der AfD Armin-Paul Hampel, eigentlich aus Uelzen, für diesen Kreisverband bei seiner Aufstellung als Direktkandidat für die Bundestagswahl für den Wahlkreis 46 (Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden, sowie die Flecken Bodenfelde und die Stadt Uslar) kandidiert. Damit positioniert sich der Kreisverband Weserbergland erneut weit rechts außen.