Fritz Küke

Eine der Schlüsselfiguren des niedersächsischen Flügels ist der Unternehmer  Fritz Küke. Der in Kirchhorst in der Nähe von Hannover lebende Firmeninhaber betreibt seit mittlerweile über 20 Jahren ein Unternehmen zur Herstellung von Chlordioxid, um Wasser im großen Stil aufbereiten zu können. Küke studierte dafür in den 90ern Chemie an der Leibniz Universität Hannover. Hier kam er auch mit rechten Strukturen in Verbindung, als er Mitglied im Corps Alemannia-Thuringiae wurde. Die pflichtschlagende Verbindung war bis zu ihrer Suspendierung 1999 in Hannover beheimatet. Nach ihrer Reaktivierung befand sich der neue Sitz der aktiven Studentenverbindung in Magdeburg. Fritz Küke nimmt als sogenannter „Alter Herr“ noch immer regelmäßig an internen Veranstaltungen der Verbindung teil. Zudem ist er laut Eigenangaben Hauptmann der Reserve in einer Reservistenkameradschaft. Seine aktive politische Karriere begann Küke mit dem Eintritt in die AfD im Jahre 2014, für die er im Jahr 2016 in den Gemeinderat der Stadt Isernhagen einzog und dort als Fraktionschef tätig war. Seine eigene Position beschrieb er dabei gerne als „Fraktionsführer“. Zu seinem Amt im Stadtrat kommt die Position als Vorsitzender des Niedersächsischen Mittelstandsforums hinzu. Dieses sieht sich als eigene wirtschaftsliberale Plattform für mittelständige Unternehmer innerhalb der AfD. Hierfür organisiert Küke am 17.02.2020 in den Räumlichkeiten seiner Firma in der Wedemark eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Deutschen Akademiker Verband. Als Referenten sind hierfür u.a. der Landtagsabgeordnete Stefan Henze sowie der Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner geladen. Anwesend an dem Abend ist auch der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Landesvorsitzende in Niedersachsen Paul Hampel. Nur wenige Tage später findet die nächste von Küke organisierte Veranstaltung statt. Der Unternehmer hat zum gemeinsamen Wildessen nach Isernhagen geladen. Anwesend an diesem Abend sind Mitglieder verschiedener Kreisverbände sowie Landes und Bundespolitiker der AfD. Unter ihnen die Landtagsabgeordneten Peer Lilienthal und Stefan Henze sowie die Bundestagsabgeordneten Jens Kestner und Paul Hampel. Alle Vier können dabei dem Flügel zugerechnet werden. Neben diesen öffentlich beworbenen Veranstaltungen organisiert Küke jedoch auch mehrere konspirative Treffen in den Räumlichkeiten seiner Firma. Abgeschieden im Industriegebiet in Bissendorf finden hier mindestens zwei interne und konspirative Treffen von Mitgliedern des niedersächsischen Flügels statt. Sowohl die Klausurtagung des niedersächsischen Flügels am 24. und 25. August 2019 als auch das sogenannte „Widukind-Forum“ am 01.Februar2020, zu dem auch Björn Höcke als Redner geladen war. Der  gemäßigt auftretende Unternehmer versucht parteiintern immer mehr an Einfluss zu gewinnen und den Flügel mitsamt seinen Führungspersonen und politischen Vorstellungen innerhalb der niedersächsischen AfD zu etablieren und hat dabei mittlerweile eine führende Rolle inne. Dass dieses Engagement derzeit oberste Priorität besitzt, zeigt auch sein Austritt aus der aktiven Ratspolitik. Im Februar tritt Küke als Ratsmitglied zurück; er wolle seine Zeit nicht mehr „mit Ratspolitik verplempern“. Dass dadurch ein Sitz der AfD Fraktion im Stadtrat wegfällt, erscheint bei den bevorstehenden Zielen als nebensächlich.