Pegasus fliegt wieder

Mit der Anmeldung einer Kundgebung für den 8.5.2020 auf dem Opernplatz in Hannover meldet sich die eigentlich längst abgeschriebene Gruppierung „Pegasus Germanus“ wieder zurück. Auch wenn diese Gruppierung nicht mehr unter dem alten Namen auftritt, zeigt die Liste der Redner und Organisatoren deutliche Bezüge zum Pegasus. Dietmar Friedhoff, Andreas Iloff, Stephan Bothe und Dirk Brandes waren die wichtigsten Organisatoren der Pegasusaktivitäten in den Jahren 2018 und 2019. Nehmen wir dann noch Rabea Shahini dazu, die in einem Video die Absage der angekündigten Demonstration beklagt, ist das Orgateam des Pegasus fast komplett.  Spätestens mit dieser Demonstration, die ja eigentlich nur eine Kundgebung ist, positionieren sich die Pegasusmitglieder für die bevorstehende Wahl des AfD-Landesvorstandes. Andreas Iloff hat seine Kandidatur bereits in einem  Video des AfD-Kreisverbandes Wilhelmshaven angekündigt; weitere Kandidaturen aus den Reihen des Pegasus sind zu erwarten.
Anmelder der Kundgebung in Hannover ist Dirk Brandes, Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Hannover-Land.  Brandes gehörte zum Organisationsteam des Pegasus. So moderierte er gemeinsam mit Rabea Shahini die Weihnachtsfeier 2018 in Bassum und war an der Organisation der beiden Oktoberfeste beteiligt. Nun übernimmt Brandes also die Anmeldung für eine Veranstaltung, mit der Pegasus Terrain zurückzugewinnen versucht, das die AfD durch ihr Nichtagieren in der Coronapandemie verloren hat. 
Im Kreisverband Hannover-Land gab es im vergangenen Jahr Vorwürfe gegen zwei Funktionsträger wegen rechter Aktivitäten. Während sich die AfD bei Dr. Klaus Eikemeyer auf Grund der öffentlich gewordenen schweren Vorwürfe genötigt sah, diesem den Parteiaustritt nahezulegen, stellte sich Dirk Brandes demonstrativ hinter den Schriftführer  des AfD-Gemeindeverbandes Wedemark, Hartwin Diesing. Diesing hatte im November 2014 an einer „Kundgebung gegen linke Gewalt“ der Partei „Die Rechte“ in Hannover teilgenommen. Brandes, der von der HAZ darauf angesprochen wurde, bezeichnete Diesing als einen „Bürger mit Anstand und Moral“. „Zudem befürworte man die freie Meinungsäußerung“, führte Brandes weiter aus, „ob der Rahmen, in dem diese bei Herrn Diesing stattgefunden hat, für ihn der richtige ist, kann nur er selber beantworten.“ Die freie Meinungsäußerung führte bei Diesing dann zur Teilnahme an mehreren Kundgebungen der „Hagida“ (Hannoveraner gegen die Islamisierung des Abendlandes) im Jahr 2015 sowie zu einem Angriff auf einen  Journalisten während einer AfD-Veranstaltung mit Alexander Gauland in Hannover. Schon eine Woche vor der Veranstaltung im November 2014 hatte Diesing an der „HoGeSa“ (Hooligans Gegen Salafisten) – Kundgebung teilgenommen. Damit reiht sich Diesing in eine größere Gruppe von AfD-Mitgliedern ein, die während ihrer Mitgliedschaft in der AfD oder davor an rechten Veranstaltungen teilgenommen haben oder rechte Aktivitäten initiiert, unterstützt und gefördert haben, was eigentlich zum Parteiausschluss führen müsste.