Stellungnahme von Dietmar Friedhoff

Wir haben eine Mail von Dietmar Friedhoff (MdB und AfD Kreisverband Hannover-Land) bekommen. Wir wollen den Leser*innen unseres Blogs sein Schreiben nicht vorenthalten, es aber auch nicht unkommentiert lassen.
In der Kandidatur um den Landesvorsitz und in Konkurrenz zur „gemäßigten“ Dana Guth einerseits und dem Hardliner vom Flügel Jens Kestner andererseits versucht sich Friedhoff nach außen hin in der Mitte zwischen den beiden verfeindeten Lagern zu positionieren und gibt dabei an, die Partei einen zu wollen. Friedhoff geht dabei sogar soweit, sich vom Flügel abzugrenzen: zumindest für Westdeutschland hält er die offen rechtsextreme Provo-Truppe für nicht zielführend, wenn es um Wahlergebnisse geht (eine inhaltliche Distanzierung sieht anders aus). Dass der Verfassungsschutz jetzt auch in Niedersachsen den Flügel und seine Mitglieder beobachtet, dürfte für Friedhoff auch eine Motivation für diese „Abgrenzung“ sein. Wem Friedhoff aber im innerparteilichen Streit eindeutig näher steht ist offensichtlich: der Unterzeichner der Erfurter Resolution (der aber kein „Flügelmann“ sein möchte) hält engen Kontakt zum Rechtsextremen Andreas Iloff und besuchte das konspirative Treffen des Flügel mit Björn Höcke am 01.02.2020 in der Firma von Fritz Küke. Ein Treffen, von dem noch nicht mal alle Parteimitglieder im Vorfeld mitbekommen hatten. Auch auf seiner Weihnachtsfeier im Dezember 2018 waren die rechtsextremen Hardliner eingeladen. Neben dem erwähnten Iloff, reiste auch der rechtsextreme Freiburger Anwalt Dubravko Mandic an. Der völkische Burschenschafter Mandic sorgt regelmäßig für Negativschlagzeilen für die AfD (Zitat Mandic: „Von der NPD unterscheiden wir uns vornehmlich durch unser bürgerliches Unterstützerumfeld, nicht so sehr durch Inhalte.“ Weitere Redner auf der Weihnachtsfeier waren Dennis Augustin (Damals noch AfD Mecklenburg-Vorpommern) und Dr. Klaus Eikemeier (AfD Hannover-Land). Diese beiden waren vor ihrem Eintritt in die AfD NPD-Mitglieder. Dennis Augustin wurde 2019 nach einigem Gezerre aus der AfD ausgeschlossen, als bekannt wurde, dass er an einer NPD-Kaderschulung in Norditalien direkt teilgenommen hatte, die nur für Mitglieder offen war. Dr. Klaus Eikemeier 
machte ebenfalls im letzten Jahr Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er im Selbstverlag eine von ihm verfasste antisemitische Schrift veröffentlichte und bewarb. Ein Verfahren gegen ihn wurde zwar eröffnet, aber nicht weiterverfolgt, da nicht nachgewiesen werden konnte, dass die Schrift nicht in die Öffentlichkeit gelangt war. Eikemeier war auch davor in extrem rechten Zusammenhängen unterwegs: Mindestens zweimal nahm er an Landesparteitagen der NPD teil, besuchte mehrfach den sogenannten Trauermarsch in Bad Nenndorf (mit zeitweise mehr als 800 Neonazist*innen der größte Aufmarsch in Niedersachsen) und war auch regelmäßig bei Hagida (Hannoveraner gegen die Islamisierung des Abendlandes ) zu Gast. Trotz dieser Vorgeschichten, die zu der Zeit schon öffentlich waren, war Eikemeier einer der Träger des Transparents des AfD-Kreisverbands Hannover-Land bei der Demonstration am 24.8.2019 in Hannover. Es ist kaum vorstellbar, dass Dietmar Friedhoff die Vorgeschichten dieser drei Redner bei deren Einladung zur Weihnachtsfeier unbekannt gewesen waren.
 
-> Bild: Screenshot Weihnachtsfeier mit Iloff, Eikemeier und Mandic, ein weiteres mit Augustin (habe ich beide) und Bild oder Bilder von Eikemeier in Bad Nenndorf oder NPD Parteitag Northeim
 
Moderiert wurde Friedhoffs Weihnachtsfeier von Rabea Shahini und Dirk Brandes – beide dem Flügel zuzuordnen. Dass Friedhoff seine Pegasus-Arbeitsgruppe zu einer bloßen Orgatruppe „aller möglichen Strömungen innerhalb der AfD“ runter spielt, werden ihm seine innerparteilichen Gegner*innen kaum abnehmen, wenn bei den vom Pegasus organisierten Veranstaltungen regelmäßig Flügel-Prominenz wie Höcke oder Mandic zu Besuch sind. Aber mit dieser veröffentlichten Mail möge sich jede*r selber ein Bild machen: