Waldemar Herdt

Der 1962 in Kasachstan geborene und 1993 nach Deutschland ausgewanderte Bauunternehmer Waldemar Herdt wurde bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen 2016 in den Gemeinderat Neuenkirchen-Vördens gewählt und kandidierte als Direktkandidat im Bundestag-Wahlkreis 38 (Osnabrück-Land) 2017 für einen Sitz im Bundestag. Er zog dabei über die Landesliste der AfD Niedersachsen in den Bundestag ein.
Laut der Neuen Osnabrücker Zeitung ist Herdt sehr gläubig und engagiert sich in einer evangelikalen Gemeinde. Dies passt gut zu seiner vorherigen Aktivität im Bundesvorstand der Kleinstpartei „Bibeltreue Christen“, welche sich unter anderem mit den Schwerpunktthemen „Kampf gegen jede Form von Abtreibung“ und ein Recht auf „Ausstieg aus der Homosexualität“ schmückte.
Herdt beschäftigt einen nicht unbekannten Protagonisten aus der Szene der rechten Russlanddeutschen: den für NS-Verharmlosung und flüchtlingsfeindliche Propaganda bekannten Heinrich Groth. Groth äußert z.B., dass ‚Deutschland kein souveräner Staat sei, von den USA kontrolliert werde und nach dem Plan der Weltfinanz vollständig privatisiert und wirtschaftlich zerstört werden solle‘. Dieser „prorussische Propagandist“ steht im Visier des Verfassungsschutzes. Nähere Infos zu Groth und seinen weitreichenden Verbindungen sind hier zu finden: https://andivendo.wordpress.com/2019/01/20/willkommen-im-bundestag/
 
Waldemar Herdt war unter anderem Vorsitzender des „Volksrat der russischen Deutschen“, welcher sich laut Eigenangabe anmaßt, als „höchster öffentlicher Repräsentant der Russlanddeutschen“ (…), im Interesse der gesamten Gemeinschaft deutscher Einwanderer aus den postsowjetischen Republiken handeln“ zu können und zu müssen.
Hier betont Herdt, dass „[…] die Deutschen aus Russland und den postsowjetischen Staaten weder den Siegern des Zweiten Weltkriegs noch den Opfern des NS-Terrors etwas schulden. Sie wurden damals vielleicht noch stärker in Mitleidenschaft gezogen als andere Nationen, und es ist unmöglich, sie als Nazis oder Antisemiten abzustempeln.“.
Nebenbei warnt Herdt gerne vor der vollständigen Beseitigung der indigenen Völker Europas und der gesamten europäischen, christlichen Zivilisation bzw. dem „Volksaustausch“, welcher von der politischen Elite des Landes unterstützt werde. Hierbei stützt er sich auf den „[…] volksfeindlichen und damit verbrecherischen, mörderischen Migrationspakt.“.
Und wie es sich für einen christlichen Fundamentalisten gehört, möchte er in Anbetracht der Abtreibungsdebatte, dass das „[…] Ermorden eines unschuldigen Kindes[…]“ ausnahmslos wieder strafbewehrt wird, was eine „[…] Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis hin zu fünf Jahren« bedeuten würde.“.
Bei der Europawahl 2019 trat Herdt für die christlich-ultrakonservative und europaskeptische „Zentrumspartei“ (lettisch: Centra Partija) in Lettland an. Diese lettische Kleinstpartei fordert das Stoppen der „Migration nach Europa“, welche Terror, Kriminalität und Krankheiten mit sich bringen würde. Herdt behauptet in einer Pressemitteilung der „Zentrumspartei“, dass jährlich 100.000 bis 120.000 Bundesbürger aus Deutschland in sichere Länder der „christlichen Zivilisation“, wie beispielsweise Lettland, fliehen würden.